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Drei Orte, die es im neapolitanischen Untergrund zu entdecken gibt

Denkt man an Neapel, so ist bis heute die Vorstellung weit verbreitet, dass dies eine schmutzige, hässliche und gefährliche Stadt sei – und diesem schlechten Ruf ist es wohl geschuldet, dass sie bei vielen Reisenden nicht weit oben auf der Prioritätenliste steht. Was für ein Fehler! Zwar stimmt es, dass in puncto Sauberkeit noch Manches getan werden könnte, andererseits aber sprüht die Stadt vor Lebendigkeit, so etwa am malerischen Pignasecca-Markt. Außerdem wartet sie mit einzigartigen Juwelen auf, wie etwa dem Archäologischen Nationalmuseum, der Cappella de Sansevero oder dem Castel Sant’Elmo. Und manche Schätze liegen auch unter der Erde verborgen. Denn wussten Sie schon, dass es im neapolitanischen Untergrund wunderbare Orte zu entdecken gibt? Hier nun drei dieser Schmuckstücke, die Sie sich nicht entgehen lassen dürfen.
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Catacombe di San Gennaro

Bruxelas
Die Besichtigung der Catacombe di San Gennaro zählte sicherlich zu den beeindruckendsten Erlebnissen meiner Reise nach Neapel. Es handelt sich dabei um einen unterirdischen, zweistöckigen Friedhof, der am Hügel von Capodimonte im nördlichen Teil der Stadt nach und nach in das poröse Felsgestein gehauen wurde und aus verschiedenen Grabkammern besteht, die durch Gänge miteinander verbunden sind.

Auf Initiative der lokalen Behörden wurden Maßnahmen ergriffen, um die Katakomben wieder instand zu setzen, zu erhalten und für Touristen zugänglich zu machen, um auf diese Weise das Viertel Rione Sanità aufzuwerten, Arbeitsplätze zu schaffen und auch die Kosten für eben diesen Erhalt finanzieren zu können.

Ob man nun an das Wunder glaubt, das man sich vom Blut des hl. Gennaro erzählt, oder eben auch nicht, eine Besichtigung der Katakomben sollte in jedem Fall fester Bestandteil des Besichtigungsprogramms von Neapel sein. Allein schon deshalb, weil diese unvergleichliche Anlage auch eine bedeutende Sammlung von Fresken und Mosaiken aus dem 9. und 10. Jahrhundert beherbergt. Also keinesfalls verpassen!
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Galleria Borbonica (Bourbon-Tunnel)

Ghent
Ein zweites Mal bin ich den neapolitanischen Untergrund hinabgestiegen, um die Galleria Borbonica zu besichtigen, die auch als „Bourbon-Tunnel“ bekannt ist: ein unterirdisches Labyrinth mit langen Gängen und steinernen Hallen, wie sie für einen Bunker typisch sind, in denen man heute aber alte Autos und italienische Vespas sowie einige Relikte aus dem zweiten Weltkrieg findet.

Der offizielle Prospekt zum Bourbon-Tunnel schildert die Bedeutung dieser Anlage wie folgt: „Die Galleria Borbonica und die um sie herum gelagerten unterirdischen Räume legen Zeugnis von den letzten 500 Jahren neapolitanischer Geschichte ab. Unser Anliegen ist es, denen Ehre zu erweisen, die im Untergrund gelebt und dort großartige Werke vollbracht haben, aber auch derer zu gedenken, die Schreckliches erlebt haben und dank dieser unterirdischen Welt überleben konnten.“

Die Geschichte ist lang und verwickelt, und deshalb gibt es nichts Besseres, als an einer Führung teilzunehmen, bei der man unter anderem erfährt, dass diese Anlage der Bevölkerung Neapels in Kriegszeiten als Schutzraum diente.
 
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U-Bahn-Station Toledo

Die Renovierung der U-Bahn-Station Toledo war Teil des Projekts The Art Stations, das darauf abzielte, einige der Haltestellen in Neapels Metro-Netz in schönerem Licht erstrahlen zu lassen. Die Neugestaltung der Station Toledo stand dabei unter dem Motto „Wasser und Licht“ und ist ein Werk des spanischen Architekten Oscar Tusquets Blanca. Sie bildet einen enormen Kontrast zu den darüberliegenden Quartieri Spagnoli, einem recht traditionell geprägten Stadtteil – den ich übrigens für eine der besten Ecken für die Unterkunft in Neapel halte und der sicherlich eines der interessantesten Viertel für die Erkundung zu Fuß ist.

Letztlich geht es hier zwar nur um einen Treppenaufgang, aber der visuelle Effekt ist dermaßen überwältigend, dass ich jedem nur wärmstens empfehlen kann, einen Blick in die Station Toledo zu werfen. Auch sie zählt zu den Attraktionen im Untergrund von Neapel, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Von Filipe Morato Gomes / Alma de Viajante

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